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Chronik von 1900 bis 1925

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hohendodeleben (Jahre 1900 - 1925)

„Anfang des 20. Jahrhunderts gab es drei Großbrände. Nach Angaben des damaligen Mitglieds und späteren Wehrleiters Bäckermeister Werner Sporleder befand sich auf dem heutigen Anwesen der Familie Aderhold Rosenburg Magdeburger Straße, die Dampfmühle König, wo Backwaren und Nudeln hergestellt wurden. Ein Franzose steckte am 05.10.1918, mit einem als „Höllenmaschine“ bezeichneten Gerät, diese Dampfmühle an.“ [2]

„Am 29.08.1924 brennen die Scheune Herbst und der Stall Wiedekopf. Außerdem nimmt unsere Feuerwehr am Löschen des Brandes der Feldscheune Böckelmann in Klein-Ottersleben in hiesiger Feldmark teil. Nach Amtsvorsteher Schlüter übernimmt der Barbier Gottlieb Buchmann die Leitung. Nach dessen Tode folgt der Fuhrherr Otto Lauenroth, dessen Nachfolger ist sein Bruder, Sattlermeister Franz Lauenroth. Als er krankheitshalber sein Amt niederlegen muss, folgt ihm der Landwirt Gustav Bartels, der vom Oberpräsident am 26.05.1923 bestätigt wird.“ [1]

[1] Anneliese Kups, Rosemarie Kretschmer, Margit Vogel und Erich Müller, „Chronik Hohendodeleben“, 25.10.2008
[2] Jörg Drebenstedt, „Festschrift zum 115jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hohendodeleben“, 1996

Chronik vor 1900

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hohendodeleben (Jahre vor 1900)

„Die Traditionen in Deutschland reichen bis weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.“ [2] „Vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr haben die Bürger die Pflicht, Brände zu löschen. Da Wasser zum Löschen häufig knapp war, verfügte der Landrat um 1820 ein neues Feuerlöschsystem zum Wassersparen einzuführen. 1854 wird ein Gewölbe unter dem heutigen Denkmal in der Matthissonstraße gebaut, in dem die Handfeuerspritze eingestellt ist. 1861 wird festgestellt: Das Gewölbe hat sich nicht bewährt. Die Spritze rostet wegen Feuchtigkeit. Es muss nach einem geeigneten Platz für die Unterbringung gesucht werden. Noch 1876 spricht man von einer Reparatur dieses Spritzengewölbes, die nicht mehr durchgeführt werden soll. Man plant im kommenden Jahr ein neues zu bauen. Es entsteht unter dem Kirchenberg. Dieses wird bis Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt.“ [1] Aus dem Jahr 1877 liegt uns ein Dokument vor, welches die Einteilung von Einwohnern zur Brandbekämpfung festlegt. „Es ist das älteste uns bekannte Dokument und zeigt eine Notiz des damaligen Gemeindevorstehers Schlüters, welcher auch den ersten Wehrleiter stellte. In diesem Schreiben werden die „Mannschaften zur Spritze“ und „Handdienstleistungen beim Wasserwagen“ festgelegt“ [2]

Abb. 1: Erstes uns bekanntes Dokument zur Diensteinteilung von Mannschaften zur Brandbekämpfung aus dem Jahre 1877 Rechte Hand: „Nach dem Gemeindebeschluss vom ... Juni 1855 für diejenigen Gemeindemitglieder, welche 1/4 Hufe und darüber besitzen zur zweimaligen Handdienstleistung verpflichtet.“ [2]

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hohendodeleben geht auf das Jahr 1881 zurück. „Hervorgegangen ist unsere Wehr seitens der Mitglieder des damaligen Pasemannschen Männergesangvereines „Liederkranz“ und aus sechs Mitgliedern des damaligen Turnvereins, wovon sich aber drei Mann nach einigen Wochen wieder abmelden.“[1] Der erste Leiter der Feuerwehr war der damalige Amts- und Gemeindevorsteher Schlüter. „Am 24.10.1889 werden dann in einer Generalversammlung der nunmehr „Freiwilligen Feuerwehr zu Hohendodeleben“ im Gemeindekrug die Statuten angenommen und die Wehrleute „zur gewissenhaften Befolgung derselben verpflichtet“

Die Namen der ersten 40 Mitglieder sind

Gottlieb Otto Friedrich Meinecke Stephan Riecke Heinrich Hoffmeister
Andreas Pasemann Christian Bremer Carl Schick Wilhelm Rohloff
Andreas Buchmann Fritz Böcker Friedrich Kühne Hermann Schulze

Gustav Lauenroth

Paul Thärigen Julius Arnold Gottlieb Buchmann
Jakob Huth Adolf Hucke Andreas Meyer Albert Bodendorf
Julius Tuch Christian Peters Andreas Meinecke Johann Huber
Andreas Huth Julius Besecke Gustav Hermann Gottlieb Böcker
Gustav Riecke Gustav Böttcher Gottlieb Mund Carl Venske
Carl Gorgas Stephan Gruß Andreas Sudhoff Heinrich Märtens
Julius Buchmann Gustav Kohle Gottlieb Kunze Christian Winkelmann


„Nach der Gründung erfolgt nun auch ein sofortiges tatkräftiges Üben. Zunächst werden allwöchentlich an einem Abend im Gemeindekrug seitens des Amtsvorstehers Schlüter Vorlesung und Beratung gehalten über Wesen und Stellung einer Wehr, über die Einteilung der Mannschaften, über Dienstvorschriften und über Brand und Tätigkeit jedes Einzelnen. Die Übungen finden in erster Zeit alle auf dem Schlüterschen Hof statt. Als dann später alles „klappte“, bereitet Herr Schlüter im Geheimen eine größere Übung vor. In aller Eile lässt er eines Tages mehrere Fuhren Mohnstroh zu einem Diemen in der Wiese zusammenfahren und anzünden. Im selben Augenblick wird die neue Feuerwehr zum ersten Male „alarmiert“. In wenigen Minuten ist sie zur Stelle und sofort zur Tat bereit. So hat sie fleißig geübt und tüchtig gewirkt bis zum heutigen Tage.“ [1] „Die Bauweise der Häuser in den zurückliegenden Jahrhunderten im Dorf begünstigte ein schnelles ausbreiten verschiedener Feuer. So kam es, dass im Dorf mehrere Großfeuer wüteten. So zum Beispiel 1733 und 1743, wobei mehrere Bauernhöfe und der Kirchturm stark beschädigt wurden. 1743 kamen in einem Keller sechs Menschen ums Leben. Weiterhin fielen den Flammen große Mengen Getreide und viele Schafe und Schweine zum Opfer. Ein weiteres Großfeuer ereignete sich 1806 und vernichtete 24 Bauernhöfe.“ [2]

Quellen:

[1] Annelise Kups, Rosemarie Kretschmer, Margit Vogel und Erich Müller, “Chronik Hohendodeleben” 25.10.2008
[2] Jörg, Drebenstedt, „Festschrift zum 115jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr“, 1996